Förder-Wiki
Digitalisierungsförderung für wissensintensive technische Unternehmen — nach Bundesland
Für ein Corporate-Brain-Vorhaben — von der Datenintegration bis zum KI-Assistenten — kommen je nach Standort unterschiedliche Förderprogramme in Frage. Diese Übersicht bündelt die wichtigsten bundesweiten und landesspezifischen Programme mit Trägern, Eckdaten und einer Checkliste für den Fördercheck.
Bundesweit
Programme, die unabhängig vom Standort greifen
Diese drei Programme stehen grundsätzlich in ganz Deutschland offen — unabhängig davon, ob im jeweiligen Bundesland ein eigenes Digitalisierungsprogramm aktiv ist.
Forschungszulage (FZulG)
Steuerliche Förderung für Forschungs- und Entwicklungsvorhaben — 25 % Zulage, für KMU bis zu 35 %; bei Auftragsforschung sind 70 % des externen Honorars förderfähig, seit 2026 zusätzlich 20 % Gemeinkostenpauschale. Rechtsanspruch, auch in Verlustjahren, rückwirkend bis zu vier Jahre.
Träger: Bescheinigungsstelle Forschungszulage (BSFZ), Bewilligung über das zuständige Finanzamt.
BAFA-Beratungsförderung
Zuschuss zu den Kosten einer förderfähigen Unternehmensberatung — z. B. für die Analyse- und Konzeptionsphase eines Digitalisierungsvorhabens. Förderquote und Höchstbeträge sind der jeweils aktuellen Förderrichtlinie zu entnehmen.
Träger: Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA).
INQA-Coaching
Beratungsprogramm für kleine und mittlere Unternehmen zu Fragen der digitalen und arbeitsorganisatorischen Transformation. Förderquote und Konditionen laufend bei der Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA) prüfen.
Träger: Initiative Neue Qualität der Arbeit (INQA), Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS).
Kernregion Nord
Schleswig-Holstein: das DKU-Programm der WTSH
Das stärkste uns bekannte Programm im Bundesgebiet für Vorhaben dieser Größenordnung — mit zwei getrennten Modulen für Beratung und Umsetzung.
Das DKU-Programm unterstützt kleine Unternehmen dabei, Geschäftsprozesse zu digitalisieren, die IT-Sicherheit zu verbessern, die Ressourceneffizienz zu steigern, Treibhausgasemissionen zu senken und die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen.
Modul 1 — Beratung
Analyse bestehender betrieblicher Abläufe auf Digitalisierungspotenziale. Zuwendungsfähige Beraterkosten 2.500–20.000 €, Zuschuss bis zu 40 %, Laufzeit bis zu acht Monate.
Modul 2 — Umsetzung
Umsetzung der in Modul 1 identifizierten Lösung. Zuwendungsfähige Ausgaben 10.000–200.000 €, Zuschuss bis zu 40 %, Laufzeit bis zu 18 Monate.
Wichtig für die Planung: Es handelt sich um zwei eigenständige Anträge mit je eigenem Kostendeckel — einen Antrag über beide Module gibt es nicht. Es gilt das Erstattungsprinzip: Das Unternehmen finanziert vor, die Auszahlung erfolgt nach Prüfung der Verwendungsnachweise im Quartalsrhythmus mit der WTSH. Hardware ist nur im direkten Zusammenhang mit der geförderten Software förderfähig — reine Standardausstattung nicht.
Unverbindliche Information, kein Angebot und keine Förderzusage. Bewilligung vorbehalten der WTSH als Bewilligungsstelle.Förderprogramme nach Bundesland
Die weiteren 15 Bundesländer im Überblick
Acht Bundesländer haben aktive, nutzbare Digitalzuschüsse. In den übrigen Ländern ist aktuell kein passendes Landesprogramm bekannt oder die Mittel sind erschöpft — dort bleibt die bundesweite Forschungszulage der verlässliche Fallback.
Aktive Landesprogramme
Hamburg
Hamburg Digital Check — bis zu 50 % Zuschuss auf maximal 7.500 € Beratungskosten. Ergänzend: Hamburg-Kredit Digital (zinsgünstiges Darlehen für die Umsetzung).
Träger: IFB Hamburg.
Bremen
Digitaler Mittelstand KI — Zuschuss bis 17.000 €, ausdrücklich für KI-Vorhaben, seit April 2026, Laufzeit bis Ende 2027.
Träger: BAB — Die Förderbank für Bremen und Bremerhaven. Hinweis Stand August 2026: Für das laufende Jahr sind die Mittel ausgeschöpft, eine Antragstellung ist derzeit nicht möglich; Informationen zur Fortsetzung 2027 sind angekündigt.
Mecklenburg-Vorpommern
DigiTrans — Zuschuss bis zu 50 %, maximal 50.000 €, für Unternehmen unter 100 Mitarbeitenden.
Träger: Land Mecklenburg-Vorpommern; Bewilligung über das Landesförderinstitut MV.
Sachsen-Anhalt
Digital Innovation — die höchste uns bekannte Förderquote: bis zu 70 %, maximal 70.000 €. Nächste Förderaufrufe laut Stand August 2026: 28.09. und 30.11.2026 — vor Antragstellung aktuellen Aufruf prüfen.
Träger: Investitionsbank Sachsen-Anhalt.
Brandenburg
BIG-Digital (Brandenburgischer Innovationsgutschein) — modular von Beratung über Umsetzung bis Schulung, Zuschuss bis zu 50 %, laufend bis Mitte 2027.
Träger: ILB — Investitionsbank des Landes Brandenburg.
Nordrhein-Westfalen
NRW.BANK.Impuls KI — Zuschuss bis zu 50 %, maximal 25.000 € für KI-Konzeption und -Erprobung. Ergänzend läuft das MID-Programm (bis 15.000 €) seit 2026 nur noch für digitale Produkte auf KI/ML/AR/VR-Basis.
Träger: NRW.BANK.
Bayern
Digitalbonus — Standard bis 7.500 €, Plus bis 30.000 €, Zuschuss bis zu 50 %, bis Ende 2027. Monatskontingente — Antragstellung zum Monatsersten empfohlen.
Träger: Freistaat Bayern (StMWi). Seit Mai 2025 ist ein ELSTER-Unternehmenskonto für den Antrag nötig.
Saarland
DigitalInvest KMU — bis 12.500 €, in der Plus-Variante für KI-Projekte bis 20.000 €, gesichert bis Ende 2028.
Träger: Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitales und Energie des Saarlandes.
Ohne aktuelles Landesprogramm
Diese Bundesländer haben derzeit kein passendes Digitalisierungsprogramm
Hier führt der Weg ehrlich gesagt über die bundesweite Forschungszulage — die dortigen Zielunternehmen liegen ohnehin überwiegend in der Größenklasse, in der sie der stärkere Hebel ist.
Niedersachsen
Landes-Digitalbonus Ende 2025 ausgelaufen, kein Nachfolger bekannt. → Forschungszulage.
Baden-Württemberg
Seit Mitte 2025 nur noch Darlehensförderung, kein Zuschussprogramm. → Forschungszulage.
Hessen
„Distr@l" setzt erst ab ca. 100.000 € Projektvolumen an — für kleinere Digitalisierungsschritte zu hochschwellig. → Forschungszulage.
Berlin
Digitalprämie beendet, verbleibende Bonus-Programme im Umbau (Stand wechselhaft, vor Kontaktaufnahme neu prüfen). → Forschungszulage.
Rheinland-Pfalz
„DigiBoost" bereits seit März 2022 geschlossen, kein bestätigter Nachfolger. → Forschungszulage.
Sachsen
„Digi-Z" seit 17.07.2026 mit Antragsstopp in fast allen Regionen, nur Raum Leipzig noch offen. → Forschungszulage.
Thüringen
Digitalbonus erschöpft. → Forschungszulage.
Programme ändern sich laufend. Tagesaktuell recherchieren lässt sich jedes Bundesland über die Förderdatenbank des Bundes (BMWK) — dort sind Bundes-, Landes- und EU-Programme gemeinsam gelistet.
Checkliste
Ihr Fördercheck — 10 Prüfpunkte vor dem Antrag
Diese Punkte prüfen wir gemeinsam mit Ihrem Förderberatungspartner vor jeder Antragstellung. Nutzen Sie die Liste als ersten Selbstcheck.
Angaben ohne Gewähr, Stand 08/2026. Fördersätze, Höchstbeträge, Fristen und Programmstände ändern sich laufend — Förderentscheide trifft ausschließlich der jeweilige Fördergeber. Diese Übersicht ersetzt keine verbindliche Prüfung und ist kein Angebot und keine Förderzusage. Eine verbindliche Einschätzung für Ihr Vorhaben erhalten Sie im kostenlosen Bedarfs- und Fördercheck.
Wir informieren über Förderprogramme, führen aber selbst keine Förderberatung durch — die Antragsbegleitung übernimmt ein darauf spezialisierter, von der Umsetzung unabhängiger Partner.
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